| Kinder erlernen den Notruf 112 |

Die
Bedeutung des Erlernens einer richtigen Abgabe eines Notrufes, insbesondere für
Kinder, ist allseits bekannt. In allen bekannten Materialien zur
Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen ist diesem Bereich ein breiter
Raum reserviert. In der praktischen Umsetzung gibt es hingegen Probleme. Von
einigen Autoren wird die Benutzung eines Kindertelefons vorgeschlagen, um einen
Notruf nachzuspielen.
Dieses ist ein guter Ansatz, im Rahmen eines Rollenspieles mit den Kindern
richtiges Verhalten zu trainieren. Dazu gehört das spielerische Abfragen der
"W's" (Wer, Was, Wo, etc.) und der Übermittlung weiterer wichtiger
Informationen.
Nachteilig ist u.a. das beim Spielzeug technisch bedingte Fehlen des wirklichen
Wählens der Notruf-Nummer.
Auf
der zentralen Eröffnungsfeier der Brandschutzwoche 1993 in Kiel stellte die
Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Wellingsbüttel dem damaligen Präsidenten des
Deutschen Feuerwehrverbandes, Hinrich Struve, und den Delegierten aus allen
Bundesländern das neue Trainingssystem "Kinder erlernen den Notruf
112" vor.
Ziel war es, den Kameraden in der Brandschutzerziehung unsere Konzeption mit
einer speziell dazu konstruierten Telefonanlage vorzustellen.
In den darauffolgenden Jahren entwickelten die Kameraden der FF mit dem
Fertigungs- und Servicezentrum der Siemens AG auf Basis der gewonnenen
Erfahrungen mehrere neue Prototypen. Nach einer ersten Vorserie steht jetzt ein
Lernsystem zur Verfügung, das speziell auf diese Aufgabe hin im Rahmen einer
Diplomarbeit entwickelt wurde.
Die
Entwicklung eines Konzeptes
Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen ist ein sehr umfangreiches
Gebiet.
Die in den letzten Jahren erschienenen Veröffentlichungen und Fachbücher von
verschiedenen Autoren und Verlagen machen dieses deutlich. Einsetzen kann die
Brandschutzerziehung bereits in der Elementargruppe im Kindergarten. Kinder,
besonders die Jüngeren in der Elementarstufe (Kindergarten), kommen gern zu
ihrer Feuerwehr. Die roten Autos locken.
Auch die Zielsetzung der Erzieherinnen, den Kindern die verschiedenen Bereiche
ihrer Umgebung, ihren Lebensbereich, vorzustellen, sind Anlaß dieser Besuche.
Unsere Kindergärten im Alstertal kommen ein- bis zweimal im Jahr an einem
Vormittag zu Besuch.Wir versuchen diese Termine kindgerecht zu gestalten und
hier in Richtung einer sinnvollen Einführung in die Brandschutzerziehung
hinzuarbeiten, wie sie später im Primarbereich und im Sekundarbereich erfolgt
bzw. erfolgen sollte.
Zwei Teilbereiche aus der Brandschutzerziehung haben sich aus unserer Sicht für
diese kurzen Termine als gut geeignet und vermittelbar ergeben:
Das Erkunden der roten Autos und die Bedeutung ihrer Beladung, sowie die
Alarmierung der Feuerwehr übers Telefon.
Grundsätzliche Überlegungen
Jedes Thema muß mit Blick auf die Lerngruppe didaktisch reduziert werden.
Das bedeutet, daß die Problematik bis auf den Begreifensbereich reduziert wird,
ohne daß der Realitätsbezug verloren geht. Dazu soll das didaktische Prinzip
der Anschauung den Kindern eine Hilfestellung geben, die Thematik mit möglichst
vielen Sinnen erfassen zu können.
Der Lernprozeß kann folgende Einzelschritte beinhalten:
In der Gestaltung einiger der Lernschritte haben
wir auf Vorschläge in der entsprechenden Literatur zurückgegriffen. Andere
haben wir unter Zuhilfenahme der Erfahrungen der Notrufdisponenten der Feuerwehr
Hamburg für die Hansestadt Hamburg modifiziert. Einiges wiederum ist aus der
eigenen Erfahrung entstanden.
Das
Notruflernsystem - die Technik
Das Notruflernsystem ist in einem kleinen Metallkoffer mit den Abmessungen (45,5
x 33 x 16 cm ) fest eingebaut. Ein Netzanschlußkabel versorgt die Anlage mit
Strom (220 V), 5 TAE-Buchsen dienen zum Anschluß der Telefonapparate. Drei
Telefonapparate passen in ein Fach mit hinein. Alles ist für den schnellen
mobilen Einsatz ausgerichtet.

Die Leistungsmerkmale
Die Anlage ist ausgelegt für beide Wahlverfahren (IWV und MFV) ausgelegt.
Dieses ist notwendig, um neben modernen Apparaten auch Telefone mit einer Wählscheibe
einsetzen zu können, die heute noch vielfach in Gebrauch sind. Bei diesem
Verfahren sind praktisch alle herkömmlichen Telefonapparate anschließbar. Die
Kinder können jeweils mit dem Apparat üben, den sie von zu Hause her kennen.
Die Anlage ist klein und leicht. Sie kann überall hin mitgenommen werden.
Die
weitergehenden Funktionen
Das Gespräch ist über eine zuschaltbare Verstärkung über den
Einbaulautsprecher oder Zusatzlautsprecher (Klinkenbuchse) mithörbar. Bei älteren
Kindern (oder auch Erwachsenen) kann es sinnvoll sein, die Notrufapparate in
einem Nebenraum von einer zweiten Person bedienen zu lassen. Dieses ist
wirklichkeitsgetreuer, allerdings auch bedeutend schwieriger für den
Teilnehmer.
Der erste Trainer bleibt dann bei den Übungsteilnehmern und kann das Gespräch
über eine Mithöreinrichtung verfolgen und notfalls helfend eingreifen.

